WDF OFFICIAL BREED STANDARD

American Pit Bull Terrier

Group 4 · G04-137 · Origin: USA

Varieties: Classic, Sport Type, Exotic

Online consultation only · Official WDF reference

OFFIZIELLER RASSESTANDARD

AMERICAN PIT BULL TERRIER

Ursprungsland: Vereinigte Staaten von Amerika
Historische Ursprünge: Großbritannien, Irland und Schottland; spätere züchterische Entwicklung in den Vereinigten Staaten
Verwendung: Bull-Type-Hund, Arbeit, Sport, Performance, kynologische Aktivitäten und Begleithund
WDF-Klassifikation: Gruppe 4 – Bull Type Dogs

OFFIZIELLE WDF-VARIETÄTEN

Classic
Sport Type
Exotic


1. GRUNDPRINZIP DES STANDARDS

Der American Pit Bull Terrier stellt eine einzige Rasse dar.

Die World Dog Federation erkennt zwei morpho-funktionelle Modelle an:

CLASSIC

Ein kompakterer, vollerer und morphologisch substanzvollerer Typ, der dennoch Athletik, Beweglichkeit und Funktionalität bewahrt.

SPORT TYPE

Ein Typ, der stärker nach biomechanischen Leistungskriterien aufgebaut ist und bei dem Gewichts-Höhen-Verhältnis, skelettale Hebel, muskuläre Elastizität und Atemkapazität besondere Bedeutung haben.

EXOTIC

Stellt kein drittes anatomisches Modell dar.

Es bezeichnet ausschließlich einen:

Classic – Exotic

oder:

Sport Type – Exotic

Hund, dessen Unterschied zur entsprechenden morphologischen Varietät ausschließlich farblich ist.


2. GESAMTEINDRUCK

Der American Pit Bull Terrier soll unmittelbar wirken:

  • kraftvoll;
  • athletisch;
  • muskulös;
  • selbstsicher;
  • beweglich;
  • funktionell.

Er darf niemals wie ein Hund wirken, der ausschließlich auf Körpermasse selektiert wurde.

Die Muskulatur soll deutlich, aber funktionell sein.

Ein korrekter Hund muss fähig sein:

  • zu beschleunigen;
  • die Richtung zu wechseln;
  • zu schieben;
  • zu ziehen;
  • zu springen;
  • länger anhaltende Aktivität zu leisten;
  • während körperlicher Belastung frei zu atmen.

3. ALLGEMEINER UNTERSCHIED CLASSIC / SPORT TYPE

CLASSIC

Der Classic zeigt:

  • eine mäßig vollere Struktur;
  • einen breiteren Schädel;
  • einen etwas kürzeren Fang als der Sport Type, jedoch niemals brachycephal;
  • einen volleren Brustkorb;
  • stärkere Knochen;
  • deutlichere Muskelmassen;
  • einen etwas kompakteren Körperbau.

Er muss dennoch beweglich bleiben.

SPORT TYPE

Der Sport Type zeigt:

  • eine trockenere Silhouette;
  • ein höheres Höhen-Gewichts-Verhältnis;
  • einen zum Quadrat tendierenden Körperbau;
  • relativ funktionellere und trockenere Gliedmaßen;
  • längere hintere Hebel;
  • lange und tiefe statt kugelige Muskulatur;
  • einen elliptischen und besonders effizienten Brustkorb;
  • einen stärkeren Eindruck von Elastizität.

4. ALLGEMEINE PROPORTIONEN – CLASSIC

Beim Classic ist der Körper leicht länger als die Widerristhöhe.

Bei Hündinnen kann dieses Merkmal etwas deutlicher ausgeprägt sein.

Der Abstand vom Ellenbogen zum Boden soll ungefähr entsprechen:

1/2 der Widerristhöhe.

Ein übermäßig niederläufiger Körperbau ist mit dem Typ unvereinbar.

Das Gewicht muss korrekt zwischen Vorder- und Hinterhand verteilt sein.


5. ALLGEMEINE PROPORTIONEN – SPORT TYPE

Von der Seite gesehen tendiert der Sport Type zu einem quadratischen Format.

Der ungefähre Abstand:

Schulter → Hüfte

soll sich dem Abstand:

Schulter → Boden

annähern.

In der sportlichen Selektion ist das Höhen-Gewichts-Verhältnis besonders wichtig:

Bei gleichem Gewicht wird der athletischere und relativ höhere Hund bevorzugt, sofern er perfekt proportioniert bleibt.


6. KOPF – ALLGEMEINES PRINZIP

Der Kopf ist eines der wichtigsten Identifikationsmerkmale der Rasse.

Er muss sein:

  • kraftvoll;
  • proportioniert;
  • gut gemeißelt;
  • funktionell.

Er darf nicht zu einer im Verhältnis zum Körper übergroßen Masse werden.

Ein riesiger Kopf bringt unnötiges Gewicht mit sich und reduziert die athletische Effizienz.


7. KOPF – CLASSIC

Der Classic-Kopf ist:

breit, kraftvoll und relativ kompakt.

Von vorn

Er soll einen breiten, stumpfen Keil zeigen, keine spitze Form.

Von der Seite

Schädel und obere Fanglinie sollen weitgehend parallel verlaufen.

Von oben

Der Schädel ist breit und verjüngt sich nur mäßig zum Stop.

Der Kopf soll wirken:

  • breit;
  • tief;
  • stark;
  • jedoch zum Körper proportioniert.

8. KOPF – SPORT TYPE

Beim Sport Type folgt der Kopf einer anderen Geometrie.

Von oben

Keilförmig.

Von der Seite

Keilförmig.

Von vorn

Abgerundet.

Die Kopfbreite von vorn soll ungefähr betragen:

2/3 der Schulterbreite.

Die Kopfgröße muss immer zum Körper proportioniert sein.


9. SCHÄDEL/FANG-VERHÄLTNIS – CLASSIC

Beim Classic:

Fang : Schädel ≈ 2 : 3

Der Fang ist damit kürzer als der Schädelabschnitt.

Er darf jedoch nicht werden:

  • kurz;
  • abgeflacht;
  • brachycephal.

Die Atemkapazität muss vollständig erhalten bleiben.


10. SCHÄDEL/FANG-VERHÄLTNIS – SPORT TYPE

Beim Sport Type ist der Kopf in Längsrichtung ausgeglichener.

Der Abstand:

Nasenschwamm → Stop

soll ungefähr dem Abstand entsprechen:

Stop → Hinterkopf.

Richtverhältnis:

1 : 1

zwischen Gesichtsschädel und hinterem Kopfabschnitt.


11. SCHÄDEL – CLASSIC

Der Schädel soll sein:

  • breit;
  • tief;
  • flach oder leicht gerundet;
  • breit zwischen den Ohren.

Von oben gesehen verjüngt sich die Schädelkapsel mäßig zum Stop.

Eine Mittelfurche ist vorhanden und verliert sich vom Stop zum Hinterhaupt.

Die Backenmuskulatur ist deutlich, darf aber keine dauerhaften Falten erzeugen.


12. SCHÄDEL – SPORT TYPE

Beim Sport Type muss der Schädel die insgesamt keilförmige Form beibehalten, ohne schmal zu werden.

Er muss ausreichend bieten:

  • Tiefe;
  • Breite;
  • skelettale Unterstützung.

Der Kopf muss vom Schädeldach bis zum Unterkiefer tief sein.

Die Unteraugenregion soll gut ausgefüllt sein und der oberen Zahnreihe strukturelle Unterstützung bieten.


13. BACKEN – CLASSIC

Masseter-Muskulatur:

  • deutlich;
  • kraftvoll;
  • voll.

Die Backen dürfen den Kopf nicht in einen kugelförmigen Block verwandeln.

Dauerhafte Falten sind unerwünscht.


14. BACKEN – SPORT TYPE

Die Backen sind für die Geometrie des Sport Type besonders wichtig.

Richtwertartig sollen sie etwa:

25 % breiter als der Hals an der Schädelbasis

sein.

Die Muskulatur soll sein:

  • lang;
  • funktionell;
  • definiert.

Nicht künstlich aufgebläht.


15. STOP – CLASSIC

Der Stop ist:

gut definiert und mäßig tief.

Er darf nicht sein:

  • extrem steil;
  • übermäßig tief;
  • brachycephal wirkend.

Schädel und Fang behalten weitgehend parallele Achsen.


16. STOP – SPORT TYPE

Beim Sport Type dient der Stop als zentraler Punkt der Längsproportionen des Kopfes.

Er darf das Profil nicht abrupt unterbrechen.

Die Abstände Stop-Nase und Stop-Hinterkopf sollen weitgehend gleich sein.


17. FANG – CLASSIC

Fang:

  • breit;
  • tief;
  • kraftvoll;
  • leicht zum Nasenschwamm verjüngt.

Die obere Linie soll gerade sein.

Unter den Augen besteht eine leichte Volumenabnahme.

Der Unterkiefer muss sein:

  • breit;
  • tief;
  • stark.

18. FANG – SPORT TYPE

Der Fang des Sport Type ist:

  • geradlinig;
  • gut entwickelt;
  • im Wesentlichen box-like;
  • funktionell.

Er darf nicht wirken:

  • spitz;
  • schwach;
  • kurz.

Der Nasenrücken muss ausreichend entwickelt sein.

Der Bereich unter den Augen muss ausreichend ausgefüllt sein, um Zahnstruktur und obere Fangzähne zu tragen.


19. LEFZEN – CLASSIC

Sauber.

Straff.

Gut anliegend.

Ausgeprägt hängende Lefzen sind nicht zulässig.

Schwere Lefzen würden die korrekte Funktion des Mauls beeinträchtigen.


20. LEFZEN – SPORT TYPE

Sie sollen sein:

besonders straff und trocken.

Beim Sport Type ist keine Schwere der Weichteile erwünscht.


21. NASENSCHWAMM – CLASSIC

Groß.

Gut entwickelt.

Nasenlöcher:

  • breit;
  • offen.

Alle genetisch stimmigen Pigmentierungen sind zulässig.


22. NASENSCHWAMM – SPORT TYPE

Der Nasenrücken muss gut entwickelt sein.

Nasenlöcher besonders:

  • offen;
  • breit;
  • funktionell.

Der Atmungsapparat muss intensive und lang anhaltende körperliche Leistung ermöglichen.

Die Farbe bestimmt nicht den morphologischen Wert.


23. KIEFER

Bei beiden Varietäten:

  • kräftiger Oberkiefer;
  • tiefer Unterkiefer;
  • ausreichend breiter Unterkiefer.

Idealer Gebissschluss:

Scherengebiss.


24. GEBISS – CLASSIC

Vollständiges und regelmäßiges Gebiss.

Zähne:

  • weiß;
  • kräftig;
  • gleichmäßig verteilt.

Überbiss, Unterbiss und Kieferabweichungen sind schwere Fehler.


25. GEBISS – SPORT TYPE

Die Schneidezähne sollen im Scherengebiss schließen.

Die Fangzähne sollen sein:

  • an der Basis breit;
  • sich allmählich verjüngend;
  • fest eingesetzt.

Die oberen Fangzähne sollen bei geschlossenem Maul eng hinter den unteren stehen.

Das Gebiss muss gesund und funktionell sein.


26. AUGEN – CLASSIC

Mittelgroß.

Tendenziell rund.

Gut voneinander entfernt.

Relativ tief im Schädel angesetzt.

Sie dürfen nicht sein:

  • hervortretend;
  • kugelig;
  • zu oberflächlich eingesetzt.

Im WDF-Modell sind genetisch zur Fellfarbe passende Augenfarben zulässig.


27. AUGEN – SPORT TYPE

Die Augen gehören zu den sichtbarsten Unterschieden.

Sie sollen sein:

  • klein;
  • tief eingesetzt.

Von vorn

Elliptisch.

Von der Seite

Tendenziell dreieckig.

Diese Form bietet besseren anatomischen Schutz.


28. OHREN – CLASSIC

Klein bis mittelgroß.

Hoch angesetzt.

Zulässig:

  • naturbelassen;
  • Rosenohren;
  • halb aufgerichtet.

Nicht bevorzugt werden Ohren, die:

  • sehr breit;
  • vollständig hängend;
  • schwer

sind.


29. OHREN – SPORT TYPE

Hoch am Kopf angesetzt.

Bevorzugt:

Rosenohren.

Sie sollen dazu beitragen, den Kopf leicht und funktionell erscheinen zu lassen.

Das Kupieren der Ohren darf keinen morphologischen Vorteil bringen.

Die nationale Gesetzgebung hat immer Vorrang.


30. HALS – CLASSIC

Mäßige Länge.

Stark bemuskelt.

Oberseits leicht gewölbt.

Zu den Schultern hin zunehmend breiter.

Haut anliegend.

Der Hals darf nicht sein:

  • kurz und gedrungen;
  • extrem dick;
  • schwach.

31. HALS – SPORT TYPE

Im Gesamteindruck länger als beim Classic.

Er soll sein:

  • bis zur Schädelbasis stark bemuskelt;
  • trocken;
  • ausreichend lang.

Bei natürlich getragener Kopfhaltung sollen ungefähr 2/3 des Kopfes über die Rückenlinie hinausragen.


32. SCHULTERN – CLASSIC

Schulterblätter:

  • lang;
  • breit;
  • muskulös;
  • gut nach hinten gelagert.

Der Oberarm soll ungefähr so lang wie das Schulterblatt sein.

Der sichtbare Schulter-Oberarm-Winkel nähert sich:

90°.


33. SCHULTERN – SPORT TYPE

Die Schultern sollen leicht breiter sein als der Brustkorb auf Höhe der achten Rippe.

Schulterblatt:

  • breit;
  • flach;
  • gut geneigt.

Richtwinkel zum Boden:

45° oder weniger.

Dies bietet ausreichend Fläche für funktionelle Muskelansätze.


34. OBERARM – CLASSIC

Ungefähr gleich lang wie das Schulterblatt.

Er muss den Ellenbogen korrekt unter dem Körper positionieren.

Ein zu kurzer Oberarm reduziert:

  • Vortritt;
  • Gleichgewicht;
  • Bewegungseffizienz.

35. OBERARM – SPORT TYPE

Der Oberarm soll der Schulterblattneigung entgegengesetzt ausgerichtet sein, mit einem Richtwinkel nahe:

45°.

Er soll lang genug sein, um den Ellenbogen auf Höhe des unteren Brustkorbs zu bringen.

Die kombinierte Schulterblatt-Oberarm-Geometrie bestimmt:

  • Elastizität;
  • Stoßabsorption;
  • effiziente Vorwärtsbewegung.

36. ELLENBOGEN – CLASSIC

Gut am Körper anliegend.

Weder:

  • nach außen gedreht;
  • übermäßig nach innen gezogen.

Sie sollen parallel arbeiten.


37. ELLENBOGEN – SPORT TYPE

Besonders eng an der Brustwand anliegend.

Sie sollen sich in derselben Ebene wie das Bein bewegen.

Die korrekte Ellenbogenposition ist entscheidend, um Kraft der Vorderhand ohne seitliche Verluste zu übertragen.


38. UNTERARM – CLASSIC

Kräftig.

Muskulös.

Senkrecht zum Boden.

Knochen:

  • substanzvoll;
  • aber nicht übermäßig.

39. UNTERARM – SPORT TYPE

Der Unterarm soll leicht länger als der Oberarm sein.

Seine Struktur muss kräftig sein.

Als Richtwert ist die Unterarmdicke ungefähr doppelt so groß wie die Dicke des Mittelfußes auf Höhe des Sprunggelenks.

Dadurch entsteht der typische funktionelle Kontrast:

robuste Vorderhand / leichtere und elastischere Hinterhand.


40. VORDERMITTELFUSS – CLASSIC

Kurz.

Kräftig.

Flexibel.

Von der Seite fast senkrecht.


41. VORDERMITTELFUSS – SPORT TYPE

Er muss ausreichend elastisch sein, um Belastungen aufzunehmen und Energie zurückzugeben.

Der Hund soll hoch auf den Zehen stehen und nicht in den Vordermittelfüßen einsinken.


42. PFOTEN – CLASSIC

Rund.

Proportioniert.

Gut gewölbt.

Kompakt.

Ballen:

  • robust;
  • dick;
  • gut gepolstert.

43. PFOTEN – SPORT TYPE

Kleiner und enger.

Zehen:

  • hoch;
  • geschlossen;
  • stark gewölbt.

Ballen:

  • dick;
  • gut entwickelt.

Diese Form begünstigt:

  • Traktion;
  • Elastizität;
  • Richtungswechsel.

44. BRUSTKORB – CLASSIC

Tief.

Gut ausgefüllt.

Mäßig breit.

Er muss ausreichend Raum bieten für:

  • Herz;
  • Lunge.

Die Brustbreite darf die Brusttiefe nicht in übertriebener Weise übertreffen.

Die Rippen reichen gut nach hinten und sind dorsal gut gewölbt.


45. BRUSTKORB – SPORT TYPE

Der Brustkorb ist:

  • tief;
  • elliptisch;
  • unten relativ schmal.

Das Vorbrustbein soll sichtbar sein.

Von der Seite soll die Unterkante des Brustkorbs mindestens Ellenbogenhöhe erreichen.

Die Rippen:

  • sind dorsal gut gewölbt;
  • verengen sich nach unten allmählich;
  • reichen weit nach hinten zur Lendenregion.

Diese Form erhöht die Fähigkeit zur Ausdehnung und Kontraktion beim Atmen.


46. RÜCKEN – CLASSIC

Kräftig.

Kompakt.

Stabil.

Die Oberlinie fällt vom Widerrist nur leicht ab.

Die Lendenpartie ist:

  • kurz;
  • muskulös;
  • leicht gewölbt.

47. RÜCKEN UND LENDE – SPORT TYPE

Der Rücken soll kurz und kräftig sein.

Die Lende soll sein:

  • ausreichend breit;
  • ausreichend lang, um das quadratische Format zu vervollständigen;
  • flexibel.

Eine zu kurze Lende reduziert Elastizität.

Eine zu lange Lende erhöht Gewicht und reduziert Schnelligkeit und Wendigkeit.


48. BECKEN – CLASSIC

Muskulös.

Mäßig geneigt.

Es soll sich harmonisch mit der Hinterhand verbinden, ohne eine stark abfallende Kruppe zu erzeugen.


49. BECKEN – SPORT TYPE

Das Becken ist ein wesentlicher Teil der Vortriebskraft.

Es soll sein:

  • lang;
  • geneigt;
  • ausreichend breit.

Idealer Richtwinkel zum Boden:

ungefähr 30°.

Eine kurze oder flache Kruppe begrenzt die hintere Hebelwirkung.


50. OBERSCHENKEL – CLASSIC

Gut entwickelt.

Muskelmasse:

  • deutlich;
  • kraftvoll;
  • ausgewogen.

Nicht kugelig oder unproportioniert.


51. OBERSCHENKEL – SPORT TYPE

Die Muskulatur soll lang und tief sein.

Die Muskelansätze sollen weit über das Gelenk hinausreichen und Muskeln erzeugen, die:

  • glatt;
  • lang;
  • definiert

sind.

Sie dürfen nicht kurz und geballt sein.


52. FEMUR – SPORT TYPE

Der Oberschenkelknochen soll lang genug sein, um das Knie ungefähr im:

oberen Drittel der Hinterhand

zu positionieren.

Die Geometrie muss eine korrekte Hebelwirkung erlauben.


53. TIBIA/FIBULA – SPORT TYPE

Tibia/Fibula bildet im Sportmodell den längsten Knochensegment der Hinterhand.

Diese größere Länge fördert:

  • Hebelwirkung;
  • Beschleunigung;
  • Elastizität;
  • Streckung.

54. KNIEGELENK

Classic

Gut gewinkelt und stabil.

Sport Type

Deutlich gewinkelt, aber nicht übertrieben.

Die Winkelung ergibt sich aus dem korrekten Verhältnis von:

  • Femur;
  • Tibia;
  • Muskelansätzen.

Ein zu gerades Knie reduziert die Schubkraft.


55. SPRUNGGELENK – CLASSIC

Gut gebeugt.

Relativ tief.

Hintermittelfüße:

  • senkrecht;
  • parallel.

56. SPRUNGGELENK – SPORT TYPE

Der untere Teil der Hinterhand soll wirken:

  • relativ fein;
  • leicht;
  • elastisch.

Mittelfüße von mäßiger Länge.

Sprunggelenke in der Bewegung parallel.

Die geringere Masse im distalen Hinterbein reduziert Trägheit und fördert Beschleunigung und Wendigkeit.


57. RUTE – CLASSIC

Als natürliche Fortsetzung der Oberlinie angesetzt.

An der Basis dick.

Sich allmählich verjüngend.

In Ruhe reicht sie ungefähr bis zum Sprunggelenk.

In Bewegung darf sie bis zur Höhe der Rückenlinie angehoben werden.

Sie darf sich nicht über dem Rücken einrollen.


58. RUTE – SPORT TYPE

Relativ tief angesetzt, passend zu langem und geneigtem Becken.

An der Basis dick.

Sich allmählich verjüngend.

Sie soll ungefähr bis zur Sprunggelenkspitze reichen.

In Ruhe zeigt sie die typische leicht nach unten gebogene pump-handle-Form.


59. HAUT – CLASSIC

Gut anliegend.

Ohne dauerhafte Falten.

Mäßig dick.


60. HAUT – SPORT TYPE

Dicker in den Bereichen:

  • Hals;
  • Brust.

Sie darf dort etwas beweglicher sein.

Am übrigen Körper soll sie gut anliegen.


61. HAARKLEID

Für beide Varietäten:

  • kurz;
  • dicht;
  • anliegend;
  • glänzend;
  • mäßig hart.

Glanz des Fells soll mit gutem Allgemeinzustand verbunden sein.

Fehlerhaft:

  • langes Fell;
  • wolliges Fell;
  • lockiges Fell;
  • sehr dünnes Fell.

62. CLASSIC-GRÖSSEN

RÜDEN

Richtgröße: 45,7–53 cm
Wünschenswertes Gewicht: 16–27 kg

HÜNDINNEN

Richtgröße: 43–50,8 cm
Wünschenswertes Gewicht: 14–23 kg

Das Gewichts-Höhen-Verhältnis ist wichtiger als der absolute Messwert.


63. SPORT TYPE-GRÖSSEN

Vorrang hat das Verhältnis:

Höhe / Gewicht / Funktionalität.

Das ideale Ausstellungsgewicht in athletischer Kondition liegt richtwertartig zwischen:

30 und 75 lb, also ungefähr 13,6–34 kg.

Die WDF kann als gewöhnlichen bevorzugten Sportbereich beibehalten:

13–25 kg

ohne das Gewicht als starre Grenze zu verwenden.

Ein schwererer Hund kann korrekt sein, wenn er:

  • athletisch;
  • proportioniert;
  • trocken;
  • funktionell

ist.


64. KÖRPERKONDITION SPORT TYPE

Der erwachsene Hund soll in echter athletischer Kondition vorgestellt werden.

Erwünscht:

  • definierte Muskulatur;
  • trockener Bauch;
  • leicht fühlbare Rippen;
  • sichtbare Struktur ohne Abmagerung.

Die Hüftknochen dürfen nicht pathologisch hervorstehen.

Ziel ist ein trainierter, nicht unterernährter Hund.


65. BEWEGUNG – CLASSIC

Im Trab:

  • frei;
  • flüssig;
  • kraftvoll;
  • koordiniert.

Guter Vortritt.

Guter Schub aus der Hinterhand.

Die Oberlinie bleibt stabil.

Mit zunehmender Geschwindigkeit konvergieren die Gliedmaßen natürlich zur Mittellinie.


66. BEWEGUNG – SPORT TYPE

Die Bewegung soll zeigen:

  • Elastizität;
  • Kraft;
  • Gleichgewicht;
  • Schnelligkeit.

Korrekte Bewegung entsteht aus dem Gleichgewicht zwischen:

  • Schulterblatt;
  • Oberarm;
  • Becken;
  • Femur;
  • Tibia;
  • Sprunggelenk.

Die Hinterhand soll wie ein elastisches Hebelsystem funktionieren, nicht wie eine starre Muskelmasse.


67. CLASSIC – MORPHOLOGISCHE ZUSAMMENFASSUNG

Der Classic soll zeigen:

Kopf: breit, frontal stumpfer Keil
Schädel: breit und flach/mäßig gerundet
Fang: breit und tief, ungefähr 2/3 der Schädellänge
Stop: definiert und mäßig
Augen: mittelgroß, relativ rund, tief angesetzt und weit auseinander
Hals: mäßig lang und sehr muskulös
Brust: tief und mäßig breit
Knochen: substanzvoll, aber proportioniert
Muskulatur: kraftvoll und definiert
Körper: leicht länger als hoch
Bewegung: kraftvoll, aber wendig.


68. SPORT TYPE – MORPHOLOGISCHE ZUSAMMENFASSUNG

Der Sport Type soll zeigen:

Kopf: von oben und seitlich keilförmig, frontal gerundet
Kopfbreite: ungefähr 2/3 der Schulterbreite
Kopfproportion: Nase-Stop ≈ Stop-Hinterkopf
Augen: klein, tief, frontal elliptisch und seitlich dreieckig
Hals: lang und stark bemuskelt
Schulterblatt: etwa 45° oder weniger zum Boden
Oberarm: entgegengesetzt gewinkelt, etwa 45°
Unterarm: leicht länger als der Oberarm
Brust: tief und elliptisch
Becken: lang, breit, etwa 30°
Muskulatur: lang, tief und glatt
Tibia: relativ lang
Sprunggelenk: leicht, elastisch und tief
Pfote: klein, geschlossen und hoch auf den Zehen
Körper: zum Quadrat tendierend.


69. EXOTIC – PRINZIP

Exotic verändert keine der oben genannten Eigenschaften.

Ein:

Classic Exotic

muss alle Classic-Parameter vollständig erfüllen.

Ein:

Sport Type Exotic

muss alle Sport-Type-Parameter vollständig erfüllen.

Der einzige Unterschied betrifft:

Farbe und/oder Muster.


70. EXOTIC-FARBEN

Zulässig sind unter anderem:

  • Blue;
  • Blue Fawn;
  • Lilac;
  • Chocolate;
  • Isabella;
  • Merle;
  • verdünnte Kombinationen;
  • genetisch dokumentierbare Farbkombinationen;
  • weitere vom WDF-Register anerkannte Exotic-Farben.

71. MERLE – UNTERSCHIED ZWISCHEN REFERENZSTANDARDS UND WDF-STANDARD

Dieser Punkt muss ausdrücklich festgehalten werden.

Die WDF verwendet eine eigenständige Regelung.

Die WDF:

erkennt Merle in der Exotic-Varietät an

unterwirft es jedoch einer präzisen genetischen Regelung.


72. ABSOLUTES VERBOT MERLE × MERLE

Ohne Ausnahme verboten:

MERLE × MERLE

Eingeschlossen sind:

  • sichtbares Merle;
  • Minimal Merle;
  • genetisch bestätigtes Cryptic Merle;
  • jede Grundfarbe;
  • Classic;
  • Sport Type.

Das Verbot gilt unabhängig von der sichtbaren Intensität des Musters.


73. GENTEST

Bei phänotypischer Unsicherheit über den Merle-Status muss vor der Zucht ein spezifischer Gentest durchgeführt werden.

Ein Merle-Hund darf ausschließlich mit einem:

genetisch kompatiblen Non-Merle

verpaart werden.


74. BLUE

Blue ist zulässig.

Nasenschwamm, Lefzen, Lidränder, Krallen und Ballen dürfen genetisch stimmige verdünnte Pigmentierung zeigen.

Physiologische Verdünnung darf nicht mit pathologischer Depigmentierung verwechselt werden.


75. GESUNDHEIT DES EXOTIC

Farbe darf nicht Vorrang vor gesundheitlicher Selektion haben.

Ein Exotic-Hund muss dieselben Anforderungen erfüllen hinsichtlich:

  • Bewegungsapparat;
  • Atemkapazität;
  • Temperament;
  • Struktur;
  • Funktionalität

wie der entsprechende Classic oder Sport Type.


76. CLASSIC-FEHLER

Zu bestrafen sind:

  • übermäßig massiger Kopf;
  • zu kurzer Fang;
  • hängende Lefzen;
  • zu kurzer Hals;
  • zu breiter Brustkorb;
  • übermäßige Knochenmasse;
  • zu kurze Gliedmaßen;
  • Muskulatur, die die Bewegung einschränkt.

77. SPORT TYPE-FEHLER

Zu bestrafen sind:

  • zu großer Kopf;
  • schwerer Schädel;
  • kurzer Hals;
  • langer Körper;
  • zylindrischer Brustkorb;
  • steiles Schulterblatt;
  • kurzer Oberarm;
  • abstehende Ellenbogen;
  • schwache Vordermittelfüße;
  • kurzes Becken;
  • gerades Knie;
  • kurze, kugelige Hinterhandmuskeln;
  • schwere Sprunggelenke;
  • offene Pfoten.

78. DISQUALIFIZIERENDE FEHLER

Müssen zum Ausschluss von der Bewertung führen:

  • invalidisierende strukturelle Deformationen;
  • übermäßig kurze Gliedmaßen;
  • Brustkorb, der die Bewegung behindert;
  • schwere Atemprobleme;
  • schwere Kieferabweichung;
  • Bewegungsunfähigkeit;
  • pathologischer Zwergwuchs;
  • Schraubenrute;
  • ein- oder beidseitiger Kryptorchismus;
  • klinisch relevante Taubheit;
  • pathologischer Albinismus;
  • unkontrollierte Aggressivität gegenüber Menschen;
  • extreme Ängstlichkeit.

79. ANTI-HYPERTYP-PRINZIP

Die WDF legt fest, dass kein APBT einen morphologischen Vorteil durch eine mit Funktion unvereinbare Übertreibung erhalten darf.

Nicht zu belohnen sind:

  • übermäßiges Gewicht;
  • gigantischer Kopf;
  • unproportionierter Schädel;
  • brachycephaler Fang;
  • extrem breiter Brustkorb;
  • sehr kurze Gliedmaßen;
  • pathologisch schwere Knochen;
  • derart voluminöse Muskeln, dass sie die Bewegung einschränken.

80. GENEALOGISCHE REGISTRIERUNG

Jeder Hund muss registriert werden mit Unterscheidung von:

Rasse: American Pit Bull Terrier
Morphologische Varietät: Classic / Sport Type
Farbklasse: Traditional / Exotic
Farbe: spezifisch
Muster: spezifisch
Merle-Status: sofern zutreffend
Mikrochip
Abstammungs-DNA
Genealogie
Gesundheitskontrollen


81. OFFIZIELLE KLASSIFIKATIONSFORMEL

Beispiele:

American Pit Bull Terrier – Classic – Red

American Pit Bull Terrier – Classic – Exotic – Blue

American Pit Bull Terrier – Sport Type – Black

American Pit Bull Terrier – Sport Type – Exotic – Merle


82. ABSCHLIESSENDES PRINZIP DER WORLD DOG FEDERATION

Der American Pit Bull Terrier muss vor allem bleiben:

ein athletischer und funktioneller Hund.

Der Classic verkörpert einen volleren, kompakteren und kraftvolleren Körperbau nach modernem morphologischem Modell, ohne Beweglichkeit zu verlieren.

Der Sport Type verkörpert einen stärker auf Leistungsbiomechanik ausgerichteten Körperbau: keilförmigerer Kopf, zum Quadrat tendierender Körper, elliptischer Brustkorb, lange hintere Hebel, tiefe Muskelansätze, elastische Hinterhand und günstiges Höhen-Gewichts-Verhältnis.

Der Exotic verändert keines dieser beiden Modelle.

Er definiert ausschließlich eine andere Farbausprägung.

Die WDF erkennt außerdem Blue, Merle und weitere Exotic-Farben an, aber:

MERLE × MERLE IST IMMER UND ABSOLUT VERBOTEN.

Die Selektion des American Pit Bull Terriers muss gleichzeitig erhalten:

Rassetyp, Athletik, Gesundheit, ausgeglichenes Wesen, Biomechanik, Genetik und genealogische Rückverfolgbarkeit.