WDF OFFICIAL BREED STANDARD

Poodle

Group 9 · G09-351 · Origin: France

Varieties: Giant, Medium, Miniature, Toy, TeaCup

Online consultation only · Official WDF reference

OFFIZIELLER RASSESTANDARD

PUDEL

POODLE – CANICHE

Historischer Ursprung: Westeuropa, mit besonders bedeutender züchterischer Entwicklung in Frankreich und den deutschsprachigen Gebieten
Ursprüngliche Verwendung: Wasserhund, Apportieren von Wasserwild
Heutige Verwendung: Begleithund, Sport, Gebrauch, kynologische Aktivitäten, Apportieren, Obedience, Agility und weitere Disziplinen
WDF-Klassifikation: eine einzige Rasse, gegliedert in fünf Größenvarietäten
Arbeitsprüfung: nicht obligatorisch


1. GESCHICHTLICHER ABRISS

Der Pudel ist eine der ältesten und bekanntesten europäischen Wasserhunderassen.

Seine Geschichte ist eng mit Hunden verbunden, die zur Jagd auf Wasserwild eingesetzt wurden, sowie mit dem Barbet, von dem der Pudel zahlreiche morphologische und funktionelle Merkmale bewahrt hat, insbesondere das lockige Haarkleid, die ausgeprägte Wasserfreude, die Intelligenz und die große Lernfähigkeit. Französische historische Dokumente belegen, dass bereits im 18. Jahrhundert der Begriff Caniche mit der Entenjagd verbunden war und dass Barbet und Caniche durch züchterische Selektion schrittweise voneinander unterschieden wurden.

Die französische Etymologie von Caniche ist mit cane, der weiblichen Ente, verbunden, während die deutsche Bezeichnung Pudel an das Planschen im Wasser erinnert.

Der Pudel wurde daher ursprünglich als Wasser-Apportierhund selektiert: beweglich, ausdauernd, intelligent und fähig, unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu arbeiten.

Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts betonte die Zucht zunehmend Eleganz, Gleichmäßigkeit der Haarstruktur, morphologisches Gleichgewicht und Anpassungsfähigkeit an das Familienleben, wobei die Eigenschaften eines athletischen und funktionellen Hundes erhalten blieben.

Historisch gingen die größeren Größen den kleineren Varietäten voraus. Später wurden mittlere, Zwerg- und Toy-Hunde selektiert. Französische Unterlagen dokumentieren die offizielle Anerkennung des Toy im Jahr 1984; das WDF-System erkennt heute außerdem den Teacup als fünfte eigenständige Größenvarietät an.

Parallel dazu entwickelte sich eine große Farbvielfalt. Frühe moderne Zuchtprogramme bevorzugten einfarbige Hunde, doch historische und moderne Dokumente belegen auch mehrfarbige Tiere. Das heutige genetische Spektrum der Rasse umfasst zahlreiche einfarbige, zweifarbige, dreifarbige, lohfarbene, gestromte und weitere Kombinationen.

Die World Dog Federation betrachtet diese Vielfalt als Teil des genetischen Erbes der Rasse, sofern sie nicht mit Beeinträchtigungen von Gesundheit, Struktur oder Rassetyp verbunden ist.


2. ALLGEMEINES PRINZIP DES WDF-STANDARDS

Für die World Dog Federation ist der Pudel eine einzige Rasse.

Unterschiede in:

  • Größe;
  • Farbe;
  • Muster;
  • zulässiger Haarstruktur;
  • Schur

dürfen nicht zur Ausbildung verschiedener anatomischer Modelle führen.

Die fünf Größenvarietäten müssen, soweit biologisch möglich, bewahren:

  • denselben Rassetyp;
  • dieselben Proportionen;
  • denselben Körperbau;
  • denselben Ausdruck;
  • denselben Charakter;
  • dieselbe Bewegungsqualität;
  • dieselbe typische Haarstruktur.

Eine Größenreduktion darf nicht durch Selektion auf Deformationen, pathologischen Zwergwuchs oder kraniofaziale Disproportionen erreicht werden.


3. ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD

Harmonischer, eleganter, proportionierter, aktiver Hund mit intelligentem Ausdruck.

Der Körperbau muss solide, aber niemals schwer sein.

Der Pudel soll unmittelbar den Eindruck vermitteln von:

  • Eleganz;
  • Ausgewogenheit;
  • Beweglichkeit;
  • Stolz;
  • Lebhaftigkeit;
  • Vornehmheit.

Der Körper ist geringfügig länger als die Widerristhöhe, wobei der Gesamteindruck nahezu quadratisch bleibt.

Der Geschlechtsdimorphismus soll erkennbar sein, ohne den Typ zu beeinträchtigen.


4. WICHTIGE PROPORTIONEN

Die Schulterblatt-Sitzbein-Länge ist geringfügig größer als die Widerristhöhe.

Die Widerristhöhe entspricht praktisch der Höhe der Kruppe.

Der Abstand vom Ellenbogen zum Boden beträgt ungefähr 5/9 der Widerristhöhe.

Die Fanglänge beträgt ungefähr 9/10 der Schädellänge.

Die Silhouette muss ausgewogen sein und darf niemals:

  • lang und niedrig;
  • übermäßig kompakt;
  • schwer;
  • fragil;
  • unproportioniert

erscheinen.


5. WESEN UND TEMPERAMENT

Der Pudel ist für seine hohe Intelligenz und außergewöhnliche Lernfähigkeit bekannt.

Er soll sein:

  • aufmerksam;
  • aktiv;
  • fröhlich;
  • ausgeglichen;
  • kooperativ;
  • sensibel;
  • selbstsicher;
  • neugierig;
  • leicht auszubilden;
  • stark an die Familie gebunden.

Er soll eine natürliche Bereitschaft zur Arbeit und zur Interaktion mit dem Menschen zeigen.

Unerwünscht sind:

  • ausgeprägte Ängstlichkeit;
  • ständige Nervosität;
  • unbegründete Aggressivität;
  • Apathie;
  • Wesensinstabilität.

6. KOPF

Der Kopf soll vornehm, geradlinig und zum Körper proportioniert sein.

Gut gemeißelt.

Nicht schwer.

Nicht übermäßig fein.

Er soll Eleganz bewahren, ohne zerbrechlich zu wirken.


7. SCHÄDELREGION

Schädel

Die Schädelbreite soll weniger als die Hälfte der gesamten Kopflänge betragen.

Von oben gesehen erscheint der Schädel oval.

Von der Seite gesehen leicht gewölbt.

Die Längsachsen von Schädel und Fang sind leicht divergent.

Die Augenbrauenbögen sollen mäßig entwickelt sein.

Die Stirnfurche ist zwischen den Augen relativ breit und verengt sich zum Hinterhaupt hin.

Der Hinterhauptstachel soll fühlbar sein.

Bei den kleineren Varietäten darf er geringfügig weniger ausgeprägt sein, ohne zu verschwinden.

Stop

Leicht ausgeprägt.

Er darf nicht vollständig fehlen.

Er darf nicht übermäßig stark ausgeprägt sein.


8. GESICHTSREGION

Nasenschwamm

Gut entwickelt.

Vertikales Profil.

Geöffnete Nasenlöcher.

Die Pigmentierung muss intensiv und genetisch mit der Haarfarbe vereinbar sein.

Zulässig sind:

  • schwarzer Nasenschwamm;
  • braun;
  • leberfarben;
  • genetisch stimmige verdünnte Farbtöne

in Abhängigkeit von der Grundfarbe.

Eine vollständige pathologische Depigmentierung ist unerwünscht.

Fang

Kräftig.

Geradlinig.

Nicht spitz.

Seine Länge entspricht ungefähr 9/10 der Schädellänge.

Die Unterkieferäste sollen nahezu parallel verlaufen.

Das untere Profil des Fanges wird durch den Unterkiefer und nicht durch die Oberlippe bestimmt.

Lefzen

Mäßig entwickelt.

Ziemlich anliegend.

Mittlere Dicke.

Die Oberlippe liegt auf der Unterlippe auf, ohne zu hängen.

Die Lefzenwinkel sollen nicht ausgeprägt sein.


9. KIEFER UND GEBISS

Kiefer kräftig.

Gebiss gut entwickelt.

Gebissschluss:

vollständiges und regelmäßiges Scherengebiss.

Die Zähne sollen kräftig und korrekt gestellt sein.

Es dürfen keine Zähne vorhanden sein, die traumatische Verletzungen am Gaumen oder an den Schleimhäuten verursachen.

Das Gebiss muss auch im Verhältnis zur Größe beurteilt werden, mit besonderer Aufmerksamkeit bei Toy und Teacup, bei denen Zahnengstand nicht als erwünschtes Merkmal gelten darf.


10. BACKEN

Nicht hervortretend.

An die Knochenstruktur angepasst.

Unteraugenregion gemeißelt und wenig ausgefüllt.

Jochbögen wenig ausgeprägt.


11. AUGEN

Ausdruck lebhaft, intelligent und aufmerksam.

Etwa auf Höhe des Stops eingesetzt.

Leicht schräg.

Mandelförmig.

Bevorzugte Farbe:

  • scheinbar schwarz;
  • sehr dunkelbraun;
  • dunkelbraun.

Bei braunen, chocolate, café-au-lait und anderen genetisch verwandten Verdünnungen können dunkel bernsteinfarbene Augen oder entsprechend stimmige Farbtöne zulässig sein.

Die Lidränder sollen gut pigmentiert sein.

Augen, die:

  • übermäßig groß;
  • rund;
  • hervortretend;
  • tief liegend

sind, sind unerwünscht.


12. OHREN

Ziemlich lang.

An den Wangen herabhängend.

Auf der gedachten Verlängerung einer Linie angesetzt, die vom oberen Bereich des Nasenschwamms ausgeht und unter dem äußeren Augenwinkel verläuft.

Flach.

Nach dem Ansatz zunehmend breiter.

Abgerundete Spitze.

Mit langem, gewelltem Haar bedeckt.

Wird der Behang vorsichtig nach vorn gezogen, soll er mindestens den Lefzenwinkel erreichen; idealerweise darf er ihn leicht überragen.


13. HALS

Kräftig.

Mittlere Länge.

Gut proportioniert.

Nach dem Nacken leicht gewölbt.

Ohne Wamme.

Ovaler Querschnitt.

Der Kopf soll hoch und stolz getragen werden.

Die Halslänge ist geringfügig kürzer als die Kopflänge.


14. KÖRPER

Gut proportioniert.

Leicht länger als die Widerristhöhe.

Niemals schwer.

Niemals zylindrisch.


15. OBERLINIE

Harmonisch.

Straff.

Stabil.

Sie darf weder gebrochen noch nachgebend erscheinen.


16. WIDERRIST

Mäßig entwickelt.

Die Widerristhöhe soll praktisch der Höhe der Kruppe vom Boden entsprechen.


17. RÜCKEN

Relativ kurz.

Kräftig.

Stabil.

Ausreichend bemuskelt.

Ein langer, weicher, durchhängender oder übermäßig gewölbter Rücken ist unerwünscht.


18. LENDENPARTIE

Fest.

Muskulös.

Kompakt.

Sie soll den Schub der Hinterhand wirksam auf die Vorderhand übertragen.


19. KRUPPE

Gerundet.

Nicht eingefallen.

Nicht übermäßig abfallend.

Sie soll sich harmonisch in die Oberlinie einfügen.


20. BRUSTKORB

Er soll ungefähr bis zur Höhe des Ellenbogens reichen.

Die Breite des Brustkorbs beträgt ungefähr 2/3 seiner Tiefe.

Die Vorbrust soll ausreichend entwickelt sein.

Die Spitze des Brustbeins soll leicht hervortreten und relativ hoch liegen.

Bei der Varietät Grande Mole soll der hinter den Schultern gemessene Brustumfang ungefähr 10 cm größer als die Widerristhöhe sein.

Der Querschnitt des Brustkorbs soll oval und dorsal breiter sein.


21. UNTERLINIE UND BAUCH

Unterlinie mäßig aufgezogen.

Der Bauch darf nicht übermäßig windhundartig aufgezogen sein.


22. RUTE

Ziemlich hoch angesetzt.

Sie soll die Rückenlinie harmonisch fortsetzen.

In der Bewegung hoch getragen, ohne vollständig eingerollt auf dem Rücken zu liegen.

Die traditionelle Idealhaltung entspricht ungefähr einer Zeigerstellung von 9:10 Uhr im Verhältnis zur Oberlinie.

Die natürliche Rute ist integraler Bestandteil des Hundes.

Eine angeboren sehr kurze Rute soll nicht züchterisch angestrebt werden.


23. VORDERHAND

Von vorn gesehen:

  • vollkommen gerade;
  • parallel;
  • gut bemuskelt;
  • mit guter Knochenstärke.

Der Abstand vom Ellenbogen zum Boden soll geringfügig mehr als die Hälfte der Widerristhöhe betragen.


24. SCHULTER

Schräg.

Muskulös.

Das Schulterblatt bildet mit dem Oberarm einen Winkel von ungefähr 110°.

Schulterblatt und Oberarm sollen annähernd gleich lang sein.


25. OBERARM

Gut am Körper anliegend.

Zum Schulterblatt proportioniert.

Ausreichend bemuskelt.


26. ELLENBOGEN

Anliegend.

Nicht nach innen gedreht.

Nicht nach außen gedreht.

Sie müssen eine freie Vorwärtsbewegung ermöglichen.


27. UNTERARM

Gerade.

Fest.

Parallel.

Mit guter Knochenstärke.


28. VORDERFUSSWURZEL

In Fortsetzung der Unterarmlinie.

Kräftig.


29. VORDERMITTELFUSS

Fest.

Von der Seite gesehen fast senkrecht.

Nicht schwach.


30. VORDERPFOTEN

Ziemlich klein.

Kompakt.

Kurzoval geformt.

Zehen:

  • gewölbt;
  • geschlossen;
  • fest zusammenstehend.

Ballen:

  • dick;
  • widerstandsfähig;
  • gut entwickelt.

Krallen entsprechend der genetischen Farbe pigmentiert.


31. HINTERHAND

Von hinten gesehen parallel.

Muskulatur gut entwickelt und klar erkennbar.


32. OBERSCHENKEL

Kräftig.

Gut bemuskelt.

Der Hüftgelenkswinkel soll klar definiert sein.


33. KNIEGELENK

Gut gewinkelt.

Stabil.

Weder nach innen noch nach außen gedreht.


34. UNTERSCHENKEL

Ausreichend lang.

Muskulös.

Zum Oberschenkel proportioniert.


35. SPRUNGGELENK

Gut gewinkelt.

Kräftig.

Stabil.

Nicht kuhhessig.

Nicht offen.


36. HINTERMITTELFUSS

Ziemlich kurz.

Fast senkrecht.

Fest.


37. HINTERPFOTEN

Ziemlich klein.

Kompakt.

Oval.

Zehen gewölbt und geschlossen.

Ballen dick und widerstandsfähig.


38. BEWEGUNG

Die Bewegung des Pudels soll sein:

  • leicht;
  • federnd;
  • energisch;
  • fließend;
  • elegant.

Der Trab soll regelmäßig und scheinbar mühelos sein.

Guter Vortritt.

Kräftiger Schub aus der Hinterhand.

Der Rücken soll stabil bleiben.

Der Hund darf nicht:

  • steif laufen;
  • künstlich hüpfen;
  • übermäßig kreuzen;
  • Instabilität zeigen;
  • schwer oder schleppend laufen.

39. HAUT

Weich.

Elastisch.

Nicht lose.

Entsprechend der genetischen Ausprägung des Haarkleides gut pigmentiert.

Beim weißen Pudel ist eine silbrige Hautpigmentierung zulässig und erwünscht.


40. HAARKLEID

Das Haarkleid ist eines der wesentlichen Merkmale der Rasse.

Die World Dog Federation erkennt zwei grundlegende Strukturen an:

A. LOCKENHAAR

Reichlich.

Fein.

Wollig.

Stark gelockt.

Elastisch.

Widerstandsfähig gegen Druck der Hand.

Es soll sein:

  • dicht;
  • reichlich;
  • gleichmäßig;
  • von ausreichend gleichmäßiger Länge.

Es soll klar definierte Locken bilden.

B. SCHNÜRENHAAR

Reichlich.

Fein.

Wollig.

Dicht.

Bildet charakteristische Schnüre.

Ausgereifte Schnüre sollen sich natürlich und gleichmäßig entwickeln.


41. WDF-PRINZIP ZUM HAARKLEID

Das Haarkleid darf nicht ausschließlich nach der Schur beurteilt werden.

Die anatomische Qualität des Hundes muss Vorrang vor der ästhetischen Ausarbeitung haben.

Die Schur muss dem Richter ermöglichen, zu beurteilen:

  • Struktur;
  • Proportionen;
  • Winkelungen;
  • Oberlinie;
  • Bewegung.

Übermäßige Schur oder Styling darf keinen Vorteil in der Bewertung verschaffen.


42. WDF-KLASSIFIKATION DER FÜNF GRÖSSENVARIETÄTEN

Die World Dog Federation erkennt fünf offizielle Pudelvarietäten an.

Die Klassifikation erfolgt hauptsächlich anhand der Widerristhöhe.

Das Gewicht ist ein Richtwert und muss gemeinsam mit Struktur, Geschlecht, Knochenstärke und Körperkondition beurteilt werden.

A. GRANDE MOLE

Widerristhöhe: 45 bis 60 cm

Richtgewicht: 20 bis 32 kg

Der Grande Mole soll die voll entwickelte Form des Pudels darstellen, ohne Schwerfälligkeit und unter Erhaltung von Eleganz, Beweglichkeit und Proportionen.

B. MITTEL

Widerristhöhe: 35 bis 45 cm

Richtgewicht: ungefähr 9–13 kg

Er soll das allgemeine Rassemodell vollständig bewahren.

C. ZWERG

Widerristhöhe: 28 bis 35 cm

Richtgewicht: ungefähr 4,5–7 kg

Er soll als harmonische Verkleinerung des Mittelpudels erscheinen.

Er darf keine Zeichen pathologischen Zwergwuchses zeigen.

D. TOY

Widerristhöhe: 24 bis 28 cm

Richtgewicht: ungefähr 2,2–3 kg

Er muss bewahren:

  • korrekte Fanglänge;
  • proportionierten Kopf;
  • gute Knochenstärke;
  • funktionelles Gebiss;
  • freie Bewegung;
  • korrekte Brustkorbstruktur.

Übertriebene infantile Merkmale dürfen nicht belohnt werden.

E. TEACUP

Widerristhöhe: unter 23 cm

Richtgewicht: unter 2 kg

Die Teacup-Varietät muss ein echter Pudel im Miniaturformat sein und kein Hund mit pathologischem Zwergwuchs.

Sie muss bewahren:

  • harmonische Proportionen;
  • keinen kugelförmigen Schädel;
  • ausreichend entwickelten Fang;
  • nicht übermäßig hervortretende Augen;
  • korrekten Gebissschluss;
  • proportionierte Knochenstärke;
  • stabile Kniescheiben;
  • freie Bewegung;
  • funktionellen Brustkorb;
  • lebhaftes und selbstsicheres Verhalten.

Die Größenreduktion darf Gesundheit, Fruchtbarkeit, Atmung, Fortbewegung oder Lebensqualität nicht beeinträchtigen.

WDF-Hinweis zur Größenklassifikation

Bei den oben festgelegten Grenzen fallen Hunde mit einer Höhe von mindestens 23 cm, aber weniger als 24 cm nicht automatisch in die Teacup- oder Toy-Varietät und müssen gemäß einer speziellen technischen WDF-Regelung oder nach einer erneuten offiziellen Messung im ausgewachsenen Zustand klassifiziert werden.


43. ZULÄSSIGE FARBEN

Die World Dog Federation erkennt alle genetisch identifizierbaren Farben und Muster der Rasse an, sofern sie nicht mit pathologischen Zuständen verbunden sind, die mit dem Wohlbefinden unvereinbar sind.

Die Farbe darf den morphologischen Typ nicht verändern.

Einfarbige, zweifarbige, dreifarbige und mehrfarbige Hunde sind zulässig.


44. EINFARBIGE FARBEN

Dazu gehören beispielsweise:

  • Schwarz;
  • Weiß;
  • Braun;
  • Chocolate;
  • Grey;
  • Silver;
  • Blue;
  • Cream;
  • Apricot;
  • Red;
  • Fawn;
  • Café-au-lait;
  • Silver Beige;
  • weitere genetisch identifizierbare Farbtöne.

Bei einfarbigen Hunden wird Farbhomogenität bevorzugt; natürliche Tonvariationen aufgrund von Alter, Genetik und Haarstruktur stellen jedoch nicht automatisch einen Fehler dar.


45. BICOLOR / PARTI-COLOUR

Zweifarbige oder Parti-colour Hunde sind vollständig zulässig.

Weiß kann sein:

  • überwiegend;
  • in geringerem Anteil;
  • in großen Flecken verteilt.

Zulässig sind unter anderem:

  • Black & White;
  • Brown & White;
  • Chocolate & White;
  • Grey & White;
  • Silver & White;
  • Blue & White;
  • Cream & White;
  • Apricot & White;
  • Red & White;
  • Fawn & White.

Die Fleckenverteilung darf unregelmäßig sein.

Perfekte Symmetrie ist nicht erforderlich.


46. TUXEDO / MANTLE

Zulässig ist eine Verteilung, bei der die Hauptfarbe einen Mantel oder pigmentierten Rücken bildet, mit Weiß:

  • an den Gliedmaßen;
  • an der Brust;
  • gelegentlich am Fang;
  • gelegentlich an der Rutenspitze.

Diese Verteilung ist ein Muster und keine eigene Rasse.


47. PHANTOM / LOHZEICHNUNG

Kombinationen mit klar definierten Lohabzeichen sind zulässig.

Beispiele:

  • Black & Tan;
  • Brown & Tan;
  • Chocolate & Tan;
  • Blue & Tan;
  • Silver & Tan;
  • weitere genetisch dokumentierbare Kombinationen.

Lohabzeichen können typischerweise auftreten:

  • über den Augen;
  • an den Wangen;
  • an der Innenseite der Ohren;
  • seitlich am Fang;
  • an den Enden der Gliedmaßen;
  • an der Brust;
  • in der Perinealregion.

Phantom/Lohzeichnung muss als spezifisches Muster registriert werden.


48. TRICOLOR

Dreifarbige Hunde sind zulässig.

Klassisches Beispiel:

Black – White – Tan

weitere genetisch identifizierbare Kombinationen sind ebenfalls zulässig.

Die Farbverteilung muss im genealogischen Register korrekt beschrieben werden.


49. BRINDLE

Das Muster Brindle / Gestromt ist zulässig.

Es kann auftreten:

  • auf einfarbigem Grund;
  • in Verbindung mit Weiß;
  • in genetisch stimmigen Kombinationen.

50. SABLE

Sable ist zulässig.

Seine Ausprägung kann sich mit dem Alter verändern.

Der Hund soll nach Phänotyp und, sofern verfügbar, nach genetischen Daten registriert werden.


51. MERLE / DAPPLE

Die WDF erlaubt die Registrierung des Musters Merle/Dapple, wenn es genetisch dokumentiert ist.

Das Vorhandensein von Merle verändert die morphologische Identität der Rasse nicht.

Jedoch:

MERLE × MERLE-VERPAARUNGEN SIND VERBOTEN.

Das Verbot umfasst auch cryptic oder minimal merle Hunde, sofern genetisch identifiziert.

Die Merle-Zucht muss dem Schutz untergeordnet sein von:

  • Sehvermögen;
  • Hörvermögen;
  • Pigmentierung;
  • Wohlbefinden.

Die Farbe allein kann keine Verpaarungen mit hohem genetischem Risiko rechtfertigen.


52. PIGMENTIERUNG

Nasenschwamm, Lefzen, Lidränder, Ballen und Krallen müssen eine Pigmentierung aufweisen, die mit der genetischen Farbe vereinbar ist.

Pigmentierung:

  • schwarz;
  • braun;
  • leberfarben;
  • verdünnt

kann zulässig sein, wenn sie genetisch stimmig ist.

Eine vollständige pathologische Depigmentierung ist unerwünscht.


53. WDF-PRINZIP ZU FARBEN

Keine genetisch identifizierbare Farbe darf ausschließlich aus ästhetischen Gründen benachteiligt werden.

Die Bewertung muss sich konzentrieren auf:

  • Gesundheit;
  • Rassetyp;
  • Struktur;
  • Bewegung;
  • funktionelle Pigmentierung;
  • genetische Korrektheit;
  • Genealogie.

Zwei- und mehrfarbige Hunde werden daher von der World Dog Federation vollständig anerkannt.


54. ALLGEMEINE GESUNDHEIT

Die Zucht soll Hunde bevorzugen, die:

  • klinisch gesund;
  • funktionell;
  • ausgeglichen;
  • langlebig;
  • strukturell korrekt

sind.

Ästhetische Merkmale dürfen nicht Vorrang vor der Gesundheit haben.


55. EMPFOHLENE GESUNDHEITSUNTERSUCHUNGEN – GRANDE MOLE

Für Grande-Mole-Zuchttiere werden besonders empfohlen:

  • Hüftuntersuchung;
  • augenärztliche Untersuchung;
  • Schilddrüsenuntersuchung;
  • Gentest auf vWD Typ I;
  • genetische Tests auf relevante bekannte erbliche Enzephalopathien;
  • kardiologische Untersuchung, wenn angezeigt;
  • Haut- und Talgdrüsenuntersuchungen, wenn angezeigt.

Internationale Gesundheitsprogramme für den Standardpudel empfehlen insbesondere Untersuchungen von Hüften, Augen, Schilddrüse, vWD und bestimmten erblichen neurologischen Erkrankungen.


56. EMPFOHLENE GESUNDHEITSUNTERSUCHUNGEN – MITTEL UND ZWERG

Besonders empfohlen werden:

  • augenärztliche Untersuchung;
  • PRA-prcd;
  • Patella-Untersuchung;
  • Hüftuntersuchung;
  • weitere Gentests abhängig von der Linie.

Spezialisierte Gesundheitsprogramme der Rasse empfehlen für mittlere und kleinere Varietäten Untersuchungen von Augen, PRA und Patella sowie beim Miniature zusätzlich der Hüften.


57. EMPFOHLENE GESUNDHEITSUNTERSUCHUNGEN – TOY UND TEACUP

Besondere Aufmerksamkeit ist zu richten auf:

  • Patellaluxation;
  • PRA und erbliche Augenerkrankungen;
  • korrekte Zahnentwicklung;
  • persistierende Fontanellen;
  • Gelenkstabilität;
  • korrekte kraniofaziale Struktur;
  • Luftröhre und Atemfunktion;
  • Hypoglykämie bei extrem kleinen Hunden;
  • Gewicht und Körperkondition;
  • Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsfähigkeit.

Für die Toy-Varietät gelten in etablierten Gesundheitsprogrammen PRA-Test, Augenuntersuchung und Patella-Bewertung als besonders wichtig.

Beim Teacup verlangt die WDF besondere züchterische Vorsicht, da Miniaturisierung nicht auf Kosten der Gesundheit verfolgt werden darf.


58. ALLGEMEINE FEHLER

Jede Abweichung vom Standard muss entsprechend ihrer Schwere und ihrer Auswirkung auf Gesundheit und Funktionalität beurteilt werden.

Als Fehler können gelten:

  • schwerer Kopf;
  • übermäßig feiner Kopf;
  • zu stark ausgeprägter Stop;
  • zu kurzer Fang;
  • spitzer Fang;
  • übermäßig breiter Schädel;
  • zu runde Augen;
  • hervortretende Augen;
  • kurze Ohren;
  • kurzer Hals;
  • langer Rücken;
  • weicher Rücken;
  • übermäßig abfallende Kruppe;
  • unzureichender Brustkorb;
  • feine Gliedmaßen;
  • unzureichende Winkelungen;
  • offene Pfoten;
  • steife Bewegung;
  • spärliches Haar;
  • Haar ohne typische Struktur.

59. SCHWERE FEHLER

Mit besonderer Strenge zu beurteilen sind:

  • offensichtlicher Typverlust;
  • konvexer Fang;
  • unproportionierter Kopf;
  • kyphotischer Rücken;
  • stark durchhängender Rücken;
  • zu tief angesetzte Rute;
  • übermäßig gerade Hinterhand;
  • übermäßig gewinkelte Hinterhand;
  • stark fehlerhafte Bewegung;
  • sehr spärliches Haarkleid;
  • weiches Haarkleid ohne typische Struktur;
  • starke Depigmentierung;
  • extrem leichte Knochen;
  • Disproportionen infolge übermäßiger Miniaturisierung.

60. ZEICHEN PATHOLOGISCHEN ZWERGWUCHSES

Folgende Merkmale dürfen nicht als Rassemerkmale gelten:

  • kugelförmiger Schädel;
  • extrem ausgeprägter Stop;
  • sehr kurzer und nach oben gerichteter Fang;
  • stark hervortretende Augen;
  • Fehlen oder extreme Reduktion des Hinterhauptstachels;
  • deformierte Gliedmaßen;
  • starke Knochenfragilität;
  • Bewegungsunfähigkeit.

Dieses Prinzip gilt für alle Varietäten und mit besonderer Strenge für Toy und Teacup.


61. DISQUALIFIZIERENDE FEHLER

Zum Ausschluss von Zucht- oder Formwertbeurteilung müssen führen:

  • unkontrollierte Aggressivität;
  • extreme Ängstlichkeit;
  • schwere Verhaltensauffälligkeiten;
  • offensichtliche invalidisierende körperliche Anomalien;
  • ausgeprägter Über- oder Unterbiss;
  • Zahnstellung, die Verletzungen verursacht;
  • schwere Kieferdeformation;
  • schwere Gelenkinstabilität;
  • Unfähigkeit zu normaler Bewegung;
  • invalidisierende Blindheit;
  • klinisch relevante Taubheit;
  • generalisierte pathologische Depigmentierung;
  • pathologischer Albinismus;
  • schwerer pathologischer Zwergwuchs;
  • offensichtliches Fehlen des grundlegenden Pudeltyps.

Die Farbe allein stellt keinen disqualifizierenden WDF-Fehler dar.


62. ZUCHT

Zur Zucht sollen ausschließlich Hunde eingesetzt werden, die:

  • gesund;
  • funktionell;
  • rassetypisch;
  • genetisch identifiziert;
  • genealogisch rückverfolgbar;
  • korrekt nach Größe klassifiziert;
  • korrekt nach Farbe und Muster registriert

sind.

Beide Zuchttiere sollen gesundheitlich untersucht werden.

Die Zucht darf nicht anstreben:

  • extreme Größen;
  • übermäßig infantile Köpfe;
  • extreme Reduktion der Knochenstärke;
  • Farben auf Kosten der Gesundheit.

63. SPEZIFISCHES WDF-PRINZIP ZUR TEACUP-VARIETÄT

Die World Dog Federation erkennt den Teacup als fünfte Größenvarietät an, hält jedoch eine wahllose extreme Miniaturisierung nicht für wünschenswert.

Ein korrekter Teacup soll sein:

klein, aber harmonisch; leicht, aber strukturell solide; elegant, aber funktionell.

Ein kleinerer Hund darf nicht bevorzugt werden, wenn die Größenreduktion führt zu:

  • Fragilität;
  • Deformation;
  • starkem Zahnengstand;
  • Gelenkproblemen;
  • Atemdefiziten;
  • Fortpflanzungsunfähigkeit;
  • neurologischen Veränderungen;
  • verminderter Lebensqualität.

64. WDF-GENEALOGISCHE IDENTIFIKATION

Jeder Pudel muss registrierbar sein mit:

  • Rasse;
  • Geschlecht;
  • Geburtsdatum;
  • Mikrochip;
  • Größenvarietät;
  • offizieller Höhe;
  • Gewicht;
  • Grundfarbe;
  • Muster;
  • Haartyp;
  • Genealogie;
  • DNA, sofern verfügbar;
  • Gesundheitsergebnissen;
  • gegebenenfalls Formwert- oder Arbeitstiteln.

66. ABSCHLIESSENDES PRINZIP DER WORLD DOG FEDERATION

Der Pudel ist eine einzige Rasse.

Seine fünf Varietäten unterscheiden sich ausschließlich in der Größe, nicht im morphologischen Modell.

Alle müssen bewahren:

Intelligenz, Eleganz, Proportion, Bewegung, typisches Haarkleid, ausgeglichenes Wesen und Funktionalität.

Die World Dog Federation erkennt das gesamte Farberbe der Rasse an, einschließlich:

einfarbig, zweifarbig, Parti-colour, tuxedo, phantom, tricolor, brindle, sable und weitere genetisch identifizierbare Muster.

Keine Farbe darf auf Kosten der Gesundheit selektiert werden.

Der Schutz des Pudels erfordert die gemeinsame Erhaltung von:

Morphologie, Charakter, Funktion, Gesundheit, Genetik und genealogischer Rückverfolgbarkeit.