WDF OFFICIAL BREED STANDARD

Dachshund

Group 6 · G06-210 · Origin: Germania

Varieties: Standard Smooth-haired, Standard Long-haired, Standard Wire-haired, Miniature Smooth-haired, Miniature Long-haired, Miniature Wire-haired, Rabbit Dachshund Smooth-haired, Rabbit Dachshund Long-haired, Rabbit Dachshund Wire-haired, Exotic Smooth-haired, Exotic Long-haired, Piebald Smooth-haired, Piebald Long-haired

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OFFIZIELLER RASSESTANDARD

DACHSHUND

DEUTSCHER DACHSHUND

Ursprungsland: Deutschland
Traditionelle Bezeichnungen: Dachshund, Teckel, Dackel
Verwendung: Jagdhund für die Arbeit über und unter der Erde, Fährtenarbeit, Suche, Aufstöbern und Begleithund.
WDF-Klassifikation: eine einzige Rasse, gegliedert nach Größe, Haartyp und farblich-phänotypischen Varietäten, die von der World Dog Federation offiziell anerkannt werden.


1. GESCHICHTLICHER ABRISS

Der Dachshund gehört zu den charakteristischsten und weltweit bekanntesten deutschen Hunderassen.

Der deutsche Begriff Dachshund bedeutet wörtlich „Dachshund“ bzw. „Hund für die Dachsjagd“ und verweist unmittelbar auf die ursprüngliche Aufgabe, für die diese Hunde selektiert wurden: Wild zu verfolgen und aufgrund ihres niedrigen, langen, kräftigen und zugleich ausreichend beweglichen Körpers in Baue einzudringen.

Die ersten Beschreibungen von Hunden, die dem modernen Typ entsprechen, erscheinen zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert. Historische Quellen dokumentieren bereits um 1700 niederläufige, langgestreckte Hunde; im Verlauf des 19. Jahrhunderts waren die drei wichtigsten Haartypen — Kurzhaar, Langhaar und Rauhaar — bereits klar erkennbar, während die deutsche Zucht zunehmend auf morphologische und funktionelle Einheitlichkeit ausgerichtet wurde.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verfügte die Rasse bereits über eine klar definierte morphologische Identität und organisierte Zuchtbücher. Ihre internationale Verbreitung erfolgte rasch, und in den 1880er-Jahren gelangte der Dachshund auch in die Vereinigten Staaten, wo sich vor allem aus deutschen und britischen Linien eigene Populationen entwickelten.

Parallel zur Selektion von Körperbau und Haarkleid festigte sich innerhalb der Rasse eine erhebliche Farbvielfalt. Historische Unterlagen des 19. Jahrhunderts beschreiben bereits rote, braune, schwarze, dapplefarbene und gestromte Hunde.

Historische Entwicklung des Piebald

Piebald gehört zur Farbgeschichte des Dachshunds als Ausprägung weißer Scheckung, die genetisch klar vom Dapple/Merle-Muster zu unterscheiden ist.

Im Laufe der Zeit wurde seine Anerkennung in den unterschiedlichen kynologischen Systemen verschieden bewertet. Insbesondere in den Vereinigten Staaten wurde Piebald über lange Zeit innerhalb der Fachkreise der Rasse diskutiert. Unterlagen aus den frühen 2000er-Jahren zeigen, dass seine formale Aufnahme in den Standard zunächst abgelehnt wurde; später wurde der amerikanische Regelungsrahmen geändert, und der heute geltende Standard erkennt Piebald ausdrücklich als Muster der Rasse an und beschreibt es durch klar abgegrenzte weiße Bereiche in Verbindung mit der Grundfarbe.

Das Vorkommen von Piebald beim Dachshund darf daher nicht als moderne Erscheinung ohne historische Grundlage betrachtet werden, sondern als Farbausprägung innerhalb eines langen Prozesses von Selektion und internationaler Regulierung.

Die World Dog Federation erkennt Piebald innerhalb ihrer Rasseklassifikation offiziell an und regelt dessen phänotypische Merkmale, Pigmentierung, Gesundheit und genealogische Registrierung eigenständig.


2. ALLGEMEINES PRINZIP DES WDF-STANDARDS

Für die World Dog Federation ist der Dachshund eine einzige Rasse.

Die unterschiedlichen Klassifikationen hinsichtlich:

  • Größe;
  • Haartyp;
  • Farbe;
  • Muster;
  • Exotic-Varietäten;
  • Piebald-Varietäten

dürfen nicht zur Ausbildung unterschiedlicher morphologischer Typen führen.

Alle Dachshunde müssen bewahren:

  • denselben grundlegenden anatomischen Aufbau;
  • dieselbe Rasseidentität;
  • korrekte Proportionen;
  • den typischen Kopf;
  • funktionelle Bewegungsfähigkeit;
  • Charakter;
  • Gebrauchstüchtigkeit;
  • strukturelle Gesundheit.

3. ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD

Niederläufig, langgestreckt, aber kompakt, kräftig, muskulös und solide gebaut.

Trotz seiner besonderen Körperform darf der Dachshund nicht wirken:

  • schwach;
  • zerbrechlich;
  • übermäßig niedrig;
  • am Boden schleifend;
  • unproportioniert;
  • in der Bewegung eingeschränkt.

Er muss über Beweglichkeit, Ausdauer und Bewegungsfreiheit verfügen, die seinem funktionellen Ursprung entsprechen.

Der Kopf wird selbstbewusst getragen.

Der Ausdruck soll intelligent, wach, aufmerksam und entschlossen sein.

Der Geschlechtsdimorphismus soll erkennbar sein.


4. WICHTIGE PROPORTIONEN

Der Körperbau ist deutlich rechteckig.

Die Körperlänge ist klar größer als die Widerristhöhe.

Die Bodenfreiheit soll ungefähr einem Drittel der Widerristhöhe entsprechen.

Das Richtverhältnis zwischen Höhe und Körperlänge soll etwa betragen:

1 : 1,7–1,8

Der Körper darf jedoch nicht übermäßig lang werden.

Die WDF-Zucht betrachtet jede Übertreibung als unerwünscht, die das Risiko erhöht für:

  • Wirbelsäulenschwäche;
  • Bewegungsschwierigkeiten;
  • Bodenkontakt des Brustkorbs;
  • übermäßige Gelenkbelastung.

5. WESEN UND TEMPERAMENT

Der Dachshund soll sein:

  • ausgeglichen;
  • intelligent;
  • wachsam;
  • mutig;
  • beharrlich;
  • entschlossen;
  • selbstständig;
  • mit starkem Jagdtrieb ausgestattet;
  • ausdauernd bei der Suche;
  • mit gutem Geruchssinn ausgestattet.

Die Rasse muss die Fähigkeit bewahren, sowohl unter der Erde als auch über der Erde zu arbeiten.

Extreme Scheu, Wesensinstabilität und unkontrollierte Aggressivität sind mit dem korrekten WDF-Typ unvereinbar.


6. KOPF

Der Kopf soll langgestreckt, trocken und zum Körper passend proportioniert sein.

Von oben gesehen verjüngt er sich allmählich zum Nasenschwamm.

Von der Seite darf er weder spitz noch schwach wirken.

Die Augenbrauenbögen sollen erkennbar sein.


7. SCHÄDELREGION

Schädel

Ziemlich flach.

Nicht übermäßig breit.

Er soll allmählich in den Fang übergehen.

Der Hinterhauptstachel darf nicht übertrieben ausgeprägt sein.

Stop

Gering ausgeprägt, aber erkennbar.


8. GESICHTSREGION

Nasenschwamm

Gut entwickelt.

Nasenlöcher ausreichend geöffnet.

Die Pigmentierung muss mit der genetischen Farbgrundlage des Hundes übereinstimmen.

Fang

Lang.

Kräftig.

Ausreichend breit.

Nicht spitz.

Lefzen

Gut anliegend.

Sie sollen den Unterkiefer korrekt bedecken, ohne übermäßig hängende Lefzenwinkel.


9. KIEFER UND GEBISS

Kiefer kräftig und korrekt entwickelt.

Idealer Gebissschluss:

regelmäßiges und vollständiges Scherengebiss.

Ideales vollständiges Gebiss:

42 Zähne.

Fangzähne kräftig.

Der Unterkiefer soll ausreichend breit sein.

Unerwünscht sind:

  • schwacher Kiefer;
  • deutlicher Zahnengstand;
  • Kieferabweichung;
  • Rückbiss;
  • Vorbiss.

10. AUGEN

Mittelgroß.

Vorzugsweise oval oder leicht mandelförmig.

Gut voneinander entfernt.

Ausdruck energisch und intelligent.

Bei traditionellen Farben werden dunkelbraune Töne bevorzugt.

Bei Exotic-Varietäten ist eine Augenpigmentierung zulässig, die genetisch mit der Fellfarbe übereinstimmt, sofern sie nicht mit Anomalien oder Funktionsbeeinträchtigungen verbunden ist.

Bei Dapple/Merle-Hunden können Variationen der Irispigmentierung auftreten.

Das Auge muss in jedem Fall gesund und funktionstüchtig sein.


11. OHREN

Hoch angesetzt.

Nicht übermäßig weit vorn.

Ausreichend lang.

An den Enden abgerundet.

Beweglich.

Der vordere Rand soll eng an der Wange anliegen.

Spitze, übermäßig gefaltete oder anatomisch deformierte Ohren sind unerwünscht.


12. HALS

Ausreichend lang.

Muskulös.

Trocken.

Haut gut anliegend.

Der Nacken darf eine mäßige Wölbung zeigen.

Die Haltung soll natürlich, frei und selbstbewusst sein.


13. KÖRPER

Widerrist

Gut ausgeprägt.

Rücken

Kräftig.

Fest.

Muskulös.

Darf nicht durchhängen.

Lendenpartie

Breit.

Kräftig.

Sehr gut bemuskelt.

Kruppe

Ausreichend lang und mäßig abfallend.


14. BRUSTKORB

Der Brustkorb ist ein wesentliches Rassemerkmal.

Er soll sein:

  • lang;
  • tief;
  • ausreichend breit;
  • gut entwickelt.

Das Brustbein soll deutlich fühlbar sein.

Der Brustkorb muss ausreichend Raum für die Brustorgane bieten.

Die Rippen sollen ausreichend weit nach hinten reichen.

Der tiefste Punkt der Brust darf die Bodenfreiheit nicht so stark verringern, dass eine funktionelle Fortbewegung beeinträchtigt wird.


15. UNTERE PROFILLINIE

Mäßig aufgezogen.

Der Übergang vom Brustkorb zum Bauch soll harmonisch sein.

Ein übermäßig aufgezogener Bauch ist unerwünscht.


16. RUTE

Als natürliche Fortsetzung der Rückenlinie angesetzt.

Vorwiegend in natürlicher oder mäßig abgesenkter Position getragen.

Eine leichte Endkrümmung ist zulässig.

Sie darf nicht ständig deutlich über dem Rücken getragen werden.


17. VORDERHAND

Kräftig.

Muskulös.

Geeignet, das Körpergewicht zu tragen und Grabearbeit zu leisten.

Von vorn gesehen sollen die Gliedmaßen fest und korrekt ausgerichtet sein.

Schulter

Schulterblatt lang und schräg.

Muskulatur gut entwickelt.

Oberarm

Proportioniert und korrekt gewinkelt.

Ellenbogen

Gut anliegend.

Weder nach innen noch nach außen gedreht.

Unterarm

Kurz, aber ausreichend lang, um genügend Bodenfreiheit zu gewährleisten.

Vorderfußwurzel

Kräftig.

Vordermittelfuß

Fest.

Weder übermäßig steil noch schwach.


18. VORDERPFOTEN

Gut entwickelt.

Kompakt.

Zehen gut geschlossen.

Ballen widerstandsfähig.

Krallen kräftig.

Die Pfoten müssen Arbeit und Körpergewicht wirksam tragen können.


19. HINTERHAND

Kräftig und muskulös.

Zur Vorderhand proportioniert.

Von hinten gesehen parallel.

Oberschenkel

Ausreichend lang und stark bemuskelt.

Kniegelenk

Fest.

Gut gewinkelt.

Unterschenkel

Muskulös.

Sprunggelenk

Kräftig.

Relativ tief angesetzt.


20. HINTERPFOTEN

Kompakt.

Zehen geschlossen.

Ballen kräftig.

Korrekt ausgerichtet.


21. BEWEGUNG

Frei.

Flüssig.

Energisch.

Regelmäßig.

Mit gutem Vortritt und kräftigem Schub aus der Hinterhand.

Die Rückenlinie soll in der Bewegung stabil bleiben.

Der Hund darf nicht:

  • schwanken;
  • die Gliedmaßen schleifen;
  • steif laufen;
  • deutliche Instabilität zeigen;
  • Bewegungsstörungen aufgrund übermäßiger Körperlänge aufweisen.

22. HAUT

Elastisch.

Gut anliegend.

Ohne übermäßige Falten.

Die Hautpigmentierung soll mit der genetischen Farbe übereinstimmen.


23. WDF-GRÖSSENKLASSIFIKATION

Die World Dog Federation erkennt drei Größenkategorien an.

Die offizielle Größeneinstufung erfolgt anhand des Brustumfangs, sobald der Hund mindestens 15 Monate alt ist.

Gemessen wird vom höchsten Punkt des Widerrists bis zum tiefsten Punkt der Brust; das Maßband wird mit minimaler und gleichmäßiger Spannung geführt.

Die derzeit verwendeten Größenwerte sind:

A. STANDARD

Rüden: über 37 cm bis 47 cm
Hündinnen: über 35 cm bis 45 cm

B. MINIATURE

Rüden: über 32 cm bis 37 cm
Hündinnen: über 30 cm bis 35 cm

C. RABBIT DACHSHUND / KANINCHEN

Rüden: von 27 cm bis 32 cm
Hündinnen: von 25 cm bis 30 cm

Die Größenkategorie muss unabhängig von der Farbklassifikation registriert werden.


24. HAARTYPEN

Die World Dog Federation erkennt drei grundlegende Haartypen an.

A. SMOOTH-HAIRED – KURZHAAR

Haar:

  • kurz;
  • dicht;
  • glänzend;
  • anliegend;
  • fest.

Die Haut muss ausreichend geschützt sein.

Die Rute soll vollständig behaart sein.

Pathologische kahle Stellen sind nicht zulässig.


25. LONG-HAIRED – LANGHAAR

Haarkleid weich, aber strukturiert.

Im Allgemeinen glatt oder leicht gewellt.

Länger:

  • an den Ohren;
  • unter dem Hals;
  • an der Brust;
  • an der Unterseite des Körpers;
  • an der Rückseite der Gliedmaßen;
  • an der Rute.

An der Rute soll sich eine typische Befederung entwickeln.

Unerwünscht sind:

  • wolliges Haarkleid;
  • starke Locken;
  • übermäßiges Volumen;
  • so reichliches Haar, dass der Körperbau verdeckt wird.

26. WIRE-HAIRED – RAUHAAR

Deckhaar:

  • hart;
  • dicht;
  • anliegend;
  • mit Unterwolle.

Typische Merkmale:

  • deutlicher Bart;
  • ausgeprägte Augenbrauen;
  • kürzeres Haar an den Ohren.

Unerwünscht:

  • weiches Haar;
  • wolliges Haar;
  • lockiges Haar;
  • völliges Fehlen des Bartes;
  • fehlende Unterwolle.

27. WDF-VARIETÄTENKLASSIFIKATION

Die World Dog Federation erkennt offiziell 13 Dachshund-Varietäten an.

Varietäten nach Kombination Größe × Haartyp

  1. Standard Smooth-haired
  2. Standard Long-haired
  3. Standard Wire-haired
  4. Miniature Smooth-haired
  5. Miniature Long-haired
  6. Miniature Wire-haired
  7. Rabbit Dachshund Smooth-haired
  8. Rabbit Dachshund Long-haired
  9. Rabbit Dachshund Wire-haired

WDF-Farb- und Phänotyp-Varietäten

  1. Exotic Smooth-haired
  2. Exotic Long-haired
  3. Piebald Smooth-haired
  4. Piebald Long-haired

Diese dreizehn Bezeichnungen stellen die offiziellen Varietäten für das WDF-Register dar.


28. PRINZIP DER TRENNUNG VON GRÖSSE, HAAR UND FARBE

Für technische und genealogische Zwecke der WDF ist es entscheidend, drei Elemente zu unterscheiden.

GRÖSSE

  • Standard
  • Miniature
  • Rabbit Dachshund / Kaninchen

HAARTYP

  • Smooth-haired
  • Long-haired
  • Wire-haired

FARBAUSPRÄGUNG

  • Traditional
  • Exotic
  • Piebald
  • jedes spezifische genetisch dokumentierte Muster

Die genealogische Datenbank muss diese Merkmale unterscheidbar halten, selbst wenn die offizielle Varietätenbezeichnung sie kombiniert.


29. TRADITIONELLE FARBEN

Die WDF erkennt die wichtigsten historisch zur Rasse gehörenden Farbausprägungen an.

Dazu gehören, abhängig von Genetik und Haartyp:

  • Red;
  • Black & Tan;
  • Brown / Chocolate & Tan;
  • Wild Boar;
  • Brown Wild Boar;
  • Brindle;
  • Dapple / Merle;
  • weitere genetisch stimmige traditionelle Ausprägungen.

Die Farbe ist stets zu beurteilen in Bezug auf:

  • Gesundheit;
  • korrekte Pigmentierung;
  • Genetik;
  • korrekte genealogische Klassifikation.

30. DAPPLE / MERLE

Dapple ist ein Muster, das durch hellere Bereiche gekennzeichnet ist, die unregelmäßig über einer Grundfarbe verteilt sind.

Die Verteilung der Bereiche muss nicht symmetrisch sein.

Das Muster darf den Rassetyp nicht verändern.

Die Pigmentierung kann genetisch mit Merle verbundene Variationen aufweisen.


31. WDF-GESUNDHEITSREGEL ZU MERLE

Die World Dog Federation legt fest:

ABSOLUTES VERBOT VON MERLE/DAPPLE × MERLE/DAPPLE-VERPAARUNGEN

Das Verbot umfasst:

  • sichtbares Merle;
  • sichtbares Dapple;
  • Minimal Merle;
  • genetisch bestätigtes Cryptic Merle;
  • jede Grundfarbe;
  • jeden Haartyp.

Ziel ist es, die gezielte Erzeugung genetischer Double-Merle-Hunde zu verhindern und das Risiko von Augen- und Höranomalien zu verringern, die mit dieser genetischen Kombination verbunden sind.


32. EXOTIC-VARIETÄTEN

Die Klassifikation Exotic bezeichnet Hunde, die genetisch und morphologisch zur Rasse Dachshund gehören, jedoch Farbausprägungen zeigen, die nicht im traditionellen WDF-Referenzbereich enthalten sind.

Die offiziellen Varietäten sind:

  • Exotic Smooth-haired
  • Exotic Long-haired

Exotic stellt keine eigene Rasse dar.

Ein Exotic Dachshund muss vollständig bewahren:

  • Kopf;
  • Körperbau;
  • Brustkorb;
  • Proportionen;
  • Gliedmaßen;
  • Bewegung;
  • Charakter;
  • Funktionalität;
  • Rassetyp.

33. EXOTIC-FARBEN

Zur Exotic-Klassifikation können, sofern genetisch identifizierbar, gehören:

  • Blue;
  • Blue & Tan;
  • Blue & Cream;
  • Isabella / Fawn;
  • Isabella & Tan;
  • Isabella & Cream;
  • Chocolate;
  • Chocolate & Tan;
  • Chocolate & Cream;
  • Cream;
  • Black & Cream;
  • genetisch stimmige abgeleitete Kombinationen;
  • weitere dokumentierbare Farben, die vom WDF-Register zugelassen sind.

Mehrere dieser Farben kommen auch in amerikanischen Dachshund-Registrierungssystemen vor, darunter Blue & Tan, Fawn/Isabella, Chocolate, Cream, Black & Cream und entsprechende Kombinationen.


34. WDF-PRINZIP ZU EXOTIC

Eine korrekt klassifizierte Exotic-Farbe:

stellt nicht automatisch einen Fehler dar.

Sie ist allein aufgrund ihrer Farbe kein Ausschlussgrund.

Die Bewertung muss sich konzentrieren auf:

  • Exterieur;
  • Gesundheit;
  • Bewegung;
  • Temperament;
  • korrekte Pigmentierung;
  • genetische Stimmigkeit.

35. PIGMENTIERUNG BEI EXOTIC

Nasenschwamm, Lefzen, Lidränder, Krallen und Ballen dürfen eine Pigmentierung aufweisen, die mit der genetischen Grundfarbe übereinstimmt.

Daher darf eine genetisch stimmige Verdünnungspigmentierung nicht allein deshalb benachteiligt werden, weil sie vom traditionellen Schwarz abweicht.

Ein pathologischer Pigmentmangel ist von normaler genetischer Farbausprägung zu unterscheiden.


36. PIEBALD-VARIETÄTEN

Die World Dog Federation erkennt offiziell an:

  • Piebald Smooth-haired
  • Piebald Long-haired

Piebald ist ein Muster weißer Scheckung, das klar von Dapple/Merle zu unterscheiden ist.

Bei Piebald bestehen klar abgegrenzte weiße Flächen zusammen mit pigmentierten Bereichen, die aus der genetischen Grundfarbe hervorgehen.

Auch die zeitgenössische amerikanische kynologische Literatur beschreibt Piebald als Muster mit klar definierten weißen Bereichen bei ein- oder zweifarbigen Hunden.


37. VERTEILUNG VON WEISS BEI WDF-PIEBALD

Im System der World Dog Federation:

ist ein Überwiegen von Weiß zulässig.

Weiß kann darstellen:

  • einen kleineren Anteil;
  • einen der Farbe gleichwertigen Anteil;
  • den überwiegenden Farbanteil des Haarkleides.

Zulässig sind Flecken:

  • groß;
  • mittelgroß;
  • unregelmäßig;
  • asymmetrisch.

Symmetrie ist nicht erforderlich.


38. PIGMENTIERTE BEREICHE BEI PIEBALD

Die farbigen Bereiche müssen einer genetisch erkennbaren Farbe zugeordnet werden können.

Möglich sind:

  • Red Piebald;
  • Black & Tan Piebald;
  • Chocolate Piebald;
  • Cream Piebald;
  • Blue Piebald;
  • Isabella Piebald;
  • weitere genetisch überprüfbare Kombinationen.

39. TICKING BEI PIEBALD

Zulässig ist das Vorkommen von:

  • Ticking;
  • Sprenkelung;
  • kleinen pigmentierten Punkten in weißen Bereichen.

Dies stellt für sich allein keinen Fehler dar.


40. PIGMENTIERUNG BEI PIEBALD

Nasenschwamm, Lefzen und Lidränder sollen mit der genetischen Grundfarbe übereinstimmen.

Eine gute Pigmentierung empfindlicher Strukturen ist wünschenswert.

Die Menge an Weiß im Haarkleid darf allein nicht zu einer Abwertung führen.


41. PIEBALD UND DAPPLE SIND NICHT DASSELBE

Die WDF hält die klare Unterscheidung für grundlegend:

Piebald = white spotting / Weißscheckung

gegenüber:

Dapple = merle

Bei Piebald sind die weißen Bereiche echte depigmentierte Fellzonen.

Bei Dapple handelt es sich dagegen um Bereiche unregelmäßiger Farbverdünnung.

Die genealogische Registrierung muss beide Muster eindeutig voneinander unterscheiden.


42. FARBKOMBINATIONEN

Wenn ein Hund mehrere genetisch dokumentierbare Merkmale aufweist, soll das WDF-Register eine vollständige Beschreibung ermöglichen.

Beispiel:

Miniature – Long-haired – Piebald – Chocolate & Tan

oder:

Standard – Smooth-haired – Exotic – Blue & Tan

oder:

Rabbit Dachshund – Smooth-haired – Traditional – Red


43. ALLGEMEINE GESUNDHEIT

Die Zucht soll Hunde bevorzugen, die:

  • gesund;
  • funktionell;
  • ausgeglichen;
  • frei beweglich;
  • frei von anatomischen Übertreibungen

sind.

Der charakteristisch langgestreckte Körperbau der Rasse darf nicht zum Ziel einer Extremzucht werden.


44. WIRBELSÄULENGESUNDHEIT

Der Wirbelsäule ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Die chondrodystrophe Körperform der Rasse ist mit einer besonderen Veranlagung zur Degeneration der Bandscheiben verbunden.

Die WDF-Zucht soll daher Untersuchungsprogramme fördern, die darauf abzielen, die Häufigkeit von:

IVDD – Intervertebral Disc Disease

zu reduzieren.

Soweit verfügbar, werden empfohlen:

  • klinische Untersuchung;
  • radiologische Untersuchung;
  • Erfassung der genealogischen Gesundheitsgeschichte;
  • Ausschluss schwer betroffener Hunde von der Zucht.

45. AUGENUNTERSUCHUNG

Die Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen in den verschiedenen Linien wird empfohlen.

Besondere Vorsicht ist bei genetischen Kombinationen geboten, die Pigmentierung und Merle betreffen.


46. HÖRUNTERSUCHUNG

Bei Hunden mit großflächig depigmentierten Bereichen kann bei klinischer oder genealogischer Indikation eine audiometrische Untersuchung durchgeführt werden.

Das Vorhandensein von Weiß darf nicht automatisch mit Krankheit gleichgesetzt werden.

Entscheidend ist der Gesundheitszustand des einzelnen Hundes.


47. GENETISCHE KONTROLLE

Die WDF fördert den Einsatz verfügbarer und wissenschaftlich validierter Gentests für:

  • Abstammungsnachweis;
  • Farbe;
  • Merle;
  • Erbkrankheiten;
  • genetische Vielfalt;
  • genealogische Rückverfolgbarkeit.

48. FUNKTIONALITÄT

Der Dachshund muss ein funktioneller Hund bleiben.

Ästhetische Selektion darf nicht beeinträchtigen:

  • Bewegung;
  • Ausdauer;
  • Grabefähigkeit;
  • Atemkapazität;
  • Stabilität der Wirbelsäule;
  • normale Lebensqualität.

49. ALLGEMEINE FEHLER

Jede Abweichung vom Standard ist entsprechend ihrer Schwere zu bewerten.

Als Fehler können gelten:

  • unzureichender Rassetyp;
  • schwacher Kopf;
  • übermäßig kurzer Fang;
  • unzureichender Brustkorb;
  • schwache Knochen;
  • zu lange Gliedmaßen;
  • Körper übermäßig bodennah;
  • schwacher Rücken;
  • schwache Lendenpartie;
  • übermäßig hohe Kruppe;
  • unzureichend bemuskelte Hinterhand;
  • unzureichende Winkelungen;
  • offene Pfoten;
  • kurzer oder unregelmäßiger Bewegungsablauf.

50. SCHWERE FEHLER

Mit besonderer Strenge zu beurteilen sind:

  • schwacher Körperbau;
  • Körper, der übermäßig am Boden schleift;
  • stark unzureichender Brustkorb;
  • Senkrücken;
  • pathologisch aufgewölbter Rücken;
  • schwere Lendenschwäche;
  • instabile Vorderhand;
  • sehr enge Hinterhand;
  • erheblicher Muskelmangel;
  • stark beeinträchtigte Bewegung;
  • ausgeprägte strukturelle Deformitäten.

51. FEHLER DES KURZHAARS

Unerwünscht sind:

  • übermäßig langes Haar;
  • sehr spärliches Haar;
  • kahle Stellen;
  • unzureichend behaarte Rute;
  • weiches oder wolliges Haarkleid.

52. FEHLER DES LANGHAARS

Unerwünscht sind:

  • fehlende typische Befederung;
  • gleichmäßig kurzes Haar;
  • stark lockiges Haar;
  • sehr wolliges Haarkleid;
  • übermäßige Fülle, die den Körperbau verdeckt;
  • unzureichende Befederung an der Rute.

53. FEHLER DES RAUHAARS

Unerwünscht sind:

  • weiches Haar;
  • wolliges Haar;
  • ausgeprägte Locken;
  • fehlende Unterwolle;
  • fehlender typischer Bart;
  • übermäßig langes Haar;
  • Haarkleid, das dem Kurzhaar ähnelt.

54. DISQUALIFIZIERENDE FEHLER

Zum Ausschluss von der Zucht- oder Formwertbeurteilung müssen führen:

  • unkontrollierte Aggressivität;
  • extreme Ängstlichkeit;
  • schwere Verhaltensauffälligkeiten;
  • ausgeprägter Rückbiss;
  • ausgeprägter Vorbiss;
  • schwere Kieferabweichung;
  • invalidisierende Deformitäten;
  • Bewegungsunfähigkeit;
  • schwere Augenanomalien;
  • klinisch relevante Taubheit;
  • Erkrankungen, die mit Wohlbefinden und Funktion unvereinbar sind;
  • pathologischer Albinismus;
  • offensichtliches Fehlen grundlegender Rassemerkmale.

55. EXOTIC- UND PIEBALD-FARBEN SIND KEINE FEHLER

Gemäß dem Standard der World Dog Federation:

Exotic ist kein Fehler.

Piebald ist kein Fehler.

Ein Überwiegen von Weiß bei Piebald ist kein Fehler.

Eine genetisch mit einer Exotic-Farbe übereinstimmende Pigmentierung stellt keinen Fehler dar.

Der Hund ist innerhalb seiner korrekten Varietät zu beurteilen.


56. ZUCHT

Für die Zucht eingesetzte Hunde müssen sein:

  • gesund;
  • rassetypisch;
  • funktionell;
  • genealogisch identifiziert;
  • korrekt nach Größe klassifiziert;
  • korrekt nach Haartyp klassifiziert;
  • korrekt nach Farbe und Muster klassifiziert.

Die Selektion muss die Gesundheitsgeschichte der Linie berücksichtigen.


57. ZUCHTVERBOTE

Verboten ist die Verpaarung:

Merle/Dapple × Merle/Dapple

unabhängig von:

  • Farbe;
  • Größe;
  • Haartyp;
  • stärkerer oder schwächerer sichtbarer Ausprägung des Musters.

Bei Zweifel am Vorhandensein des Merle-Gens wird eine vorsorgliche genetische Untersuchung empfohlen.


58. WDF-GENEALOGISCHE IDENTIFIKATION

Jeder Hund muss registrierbar sein mit:

  • Rasse;
  • Geschlecht;
  • Größe;
  • Varietät;
  • Haartyp;
  • Grundfarbe;
  • Muster;
  • gegebenenfalls verfügbaren genetischen Daten;
  • Mikrochip;
  • Ahnentafel;
  • verfügbaren Gesundheitsergebnissen.

59. REGEL ZUR GRÖSSE

Die Größenkategorie darf nicht auf Grundlage kommerzieller Bezeichnungen vergeben werden.

Folgende Bezeichnungen stellen keine neuen offiziellen WDF-Größen dar:

  • Toy;
  • Micro;
  • Teacup;
  • Super Mini;
  • Ultra Mini;
  • Pocket.

Die einzigen offiziellen Größenkategorien bleiben:

Standard – Miniature – Rabbit Dachshund / Kaninchen.


60. REGEL ZUR MORPHOLOGIE

Keine Farb- oder Haarvarietät darf ein eigenes abweichendes anatomisches Modell besitzen.

Ein:

Exotic Long-haired

muss denselben korrekten Rassekörperbau zeigen wie ein:

Standard Long-haired

unter Berücksichtigung der Größenkategorie des Hundes.

Ebenso ist Piebald nach seiner morphologischen Qualität und nicht nach der Menge an Weiß zu beurteilen.


61. WDF-PRINZIP DES WOHLBEFINDENS

Kein ästhetisches Merkmal darf als wünschenswert gelten, wenn es verursacht:

  • Schmerzen;
  • funktionelle Beeinträchtigung;
  • Bewegungsschwierigkeiten;
  • Atembeeinträchtigung;
  • sensorische Beeinträchtigung;
  • vermeidbare krankhafte Veranlagung.

Der Schutz der Rasse erfordert die gemeinsame Bewahrung von:

Morphologie, Funktion, Gesundheit, Genetik und genealogischer Rückverfolgbarkeit.